Praxis gegründet und nun? Günstige Werbung für Tierberufe Teil 1

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Endlich, nach monatelanger harter Arbeit hast du dein Zertifikat erlangt, dass dich nun offiziell zu deiner neuen Berufsgruppe gehören lässt. Als Tierheilpraktiker, Tierphysiotherapeut, Tierosteopath o.ä. hast du nur noch eines im Sinn – möglichst schnell Patienten finden, um dein Können unter Beweis zu stellen. Vielleicht bist aber auch schon länger in dieser Branche tätig und möchtest deinem Praxisimage zu neuem Glanz verhelfen. Ganz egal aus welchem Grund du dich über das Thema Marketing und Werbung für Tierberufe informieren möchtest, im folgenden findest du einen umfassenden Überblick. Die Artikelserie behandelt Stück für Stück alle wichtigen Aspekte und geht dabei vor allem auf das Thema Low-Budget-Werbung ein. Gerade in den Tierberufen ist es nach der großen Investition in die Ausbildung nicht immer leicht, mit seiner Praxis Fuß zu fassen. Die nachfolgenden Tipps und Ratschläge zeigen genau auf, wo es sich lohnt zu investieren und wie du bereits mit kleinem Budget viel erreichen kannst.

Die Basics: Logo, Geschäftsausstattung und Webseite für Tierberufe

Unabhängig davon, ob du eine mobile Praxis oder eine mit festem Behandlungsraum betreiben möchtest, die Grundausstattung zählt zu den wichtigen Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Gründung. Dein öffentlicher Gesamtauftritt muss seriös, zeitgemäß und authentisch sein. Nur so gelingt es dir, potentielle Kunden davon zu überzeugen, dass du der richtige Ansprechpartner für Ihr Haustier bist. Außerdem verschafft dir ein professioneller Auftritt einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der zahlreichen Konkurrenz.

Das Logo

Ist das Herzstück deines öffentlichen Auftrittes. Es sorgt für einen unverkennbaren Wiederkennungswert auf all deinen Kanälen, Medien und Informationsträgern. Egal ob du dein Auto damit verzierst, deine Kleidung, dein Briefpapier, deine Rechnungen usw. alles was dein Logo trägt wird automatisch mit dir in Verbindung gebracht. Studien belegen (vgl. Schlaak, Universität Regensburg), dass der kognitive Erinnerungseffekt von visuellen Reizen deutlich langanhaltender ist, also die bloße Erinnerung an Namen und Textinhalte. Das heißt ganz einfach, ein visuelles Bild, idealerweise sogar verbunden mit einer Emotion sorgt dafür, dass dein Logo in den Köpfen deiner potentiellen Kundschaft bleibt.
Ein gutes Logo ist demnach leicht zu erfassen, einprägsam und mit Emotionen verbunden. Je mehr Text und kleine Elemente verbaut werden, desto schlechter lässt es sich erfassen und damit einprägen. Ein häufiger Fehler in der Logoerstellung ist es, alles visualisieren zu wollen, was man anbietet oder darstellt. Ein gutes Logo ist auf ein wesentliches Merkmal reduziert und kann sofort verstanden und damit auch eingeprägt werden.

Technische Hinweise zum Logo:

Ein Logo sollte für die unterschiedlichsten Formate geeignet sein. Deshalb arbeiten Designer mit einem Vektordateiformat (in der Regel .eps). Diese Datei hat den Vorteil, dass sie auf alle möglichen Größen reduziert und skaliert werden kann, ohne dass ein Verlust der Bildqualität entsteht. Wenn du beispielsweise deine Auto oder ein Roll Up für deine Praxis bedrucken möchtest, kommst du um das Vektorformat nicht drum herum.

Zusätzlich zu einem mehrfarbigen Logo empfiehlt es sich immer auch eine einfarbige Variante parat zu haben. Bei vielen Werbeartikeln (Kugelschreiber, USB Sticks, Schlüsselanhänger usw.) ist ein mehrfarbiger Druck nicht möglich. Auch auf verschiedenen dunkleren Untergründen und auf Textilien ist eine einfarbige Variante die bessere Wahl.

Im Vorfeld sollte man sich überlegen, ob man den eigenen Namen oder einen Unternehmensnamen für das Logo verwenden möchte. Letzteres sollte unbedingt auf Schutzrechte überprüft werden. Eine entsprechende Recherche kann man entweder selbst machen oder ebenfalls beauftragen.

Die Kosten… 

…variieren sehr stark. Fragt man eine Grafik- oder Marketingagentur an, so wird man Angebote im vierstelligen Bereich kriegen. Bei Freelancern kommt man hier deutlich günstiger, denn diese müssen meistens weder teure Agenturräume, noch Mitarbeiterlöhne bezahlen. Mein Einsteiger-Logo-Paket gibt es ab 200 €.  Wichtig ist, dass man hier nicht spart. Denn das ist definitiv an der falschen Stelle. Das Logo ist wie schon erwähnt das Herzstück aller weiteren Maßnahmen und muss demnach unbedingt aus professioneller Hand kommen. Andernfalls wirkt das gesamte Unternehmen Altbacken oder gar unseriös. Es gibt unzählige Tierberufe, deren Logos improvisiert selbst gebastelt wurden. Heb dich ab, von der schwachen Konkurrenz und starte von Anfang an professionell.

Die Geschäftsausstattung

Hier muss sicherlich nicht gleich zu Beginn alles angeschafft werden, was der Markt zu bieten hat. Heutzutage lässt sich nahezu alles mit dem eigenem Logo branden. Dennoch macht es einen guten und professionellen Eindruck, wenn der Gesamtauftritt einheitlich und stimmig ist. Das Beginnt beim Erstkontakt beispielsweise über die Webseite oder einen Flyer und endet bei der Rechnung. Lässt sich ein einheitlichen Design erkennen, so wirkt das auf den Kunden deutlich professioneller, als wenn die einzelnen Medien zusammengewürfelt und improvisiert erscheinen. Ein kleine Grundausstattung bestehend aus Briefpapier, Visitenkarte oder kleiner Flyer und natürlich einer modernen Webseite sind bereits für eine überschaubare Investition realisierbar. Auch hier empfehle ich eher bei Freelancern anzufragen, als bei großen Agenturen, es sei denn Geld spielt keine Rolle.

Briefpapier muss die die folgenden Informationen enthalten: Praxis/Firmenname, Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mailadresse, Webseite und Steuernummer, Bankverbindung. Natürlich sollte auch hier das Logo nicht fehlen. Das Design kann eher schlicht gehalten sein, damit genügend Platz für Rechnungsinhalte, Behandlungsempfehlungen, Diagnosen etc. bleibt. Wer eine reine mobile Praxis betreibt, wird vielleicht eher selten auf Briefpapier zurückgreifen. Für mobile Einsätze könnte man beispielsweise auch Schreibblöcke mit dem Logo und den Kontaktinformationen versehen. Hat man hier auch vor Ort ein professionelles Schriftstück, wenn auch handschriftlich beschrieben, für den Kunden.

Eine Visitenkarte oder ein kleiner Flyer eignet sich wunderbar zum Weiterreichen oder zum Auslegen bei Geschäftspartnern. Da dieses Medium ggfs. beim Erstkontakt zum Einsatz kommt, ist ein professionelles Design sehr wichtig. Gerade in der heutigen Zeit herrscht ein Überfluss an Informationsangeboten. Der Konkurrenzdruck war noch nie so groß. Um aus der Masse hervorzustechen, bedarf es einem modernen und ansprechenden Auftritt. Schreiben Sie nur die wichtigsten Informationen auf den Flyer und arbeiten sie überwiegend mit Bildern und Emotionen. Überladene Informationsmedien überfordern den Betrachter und schrecken eher ab, als dass Sie zum Kontakt führen. In einem weiteren Beitrag erkläre ich, worauf es bei der gezielten Ansprache von pot. Neukunden ankommt. Dort behandle ich auch das Thema Flyer noch einmal ausführlich. Die Druckkosten für Flyer halten sich in Grenzen, ebenso wie für Visitenkarten. Bei mir kostet die Erstellung von Visitenkarten inkl. Druck beispielsweise ca. 100 € und kleine Flyer gibt es ab 150 € inkl. Druck. In meinen Augen eine wichtige Investition.

Die Webseite ist die absolute Basis der heutigen Zeit für einen professionellen öffentlichen Auftritt. Mein Profitipp: Versuch es nicht selbst, es sei denn du hast bereits Erfahrung im Bereich Webdesign. Baukasten und kostenlose Webseitenanbieter sehen immer unprofessionell aus. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind dabei sehr eingeschränkt, ebenso wie die Funktionspalette und zudem wird an einigen Stellen unschöne Werbung des Anbieters platziert. Eine moderne und professionelle Webseite muss dabei nicht mal teuer sein. Freelancer, wie ich, bieten bereits einfache Einsteiger-Webseiten-Pakete ab 250€ an. Wir erarbeiten dabei gemeinsam einen  individuellen Webauftritt und legen wichtige Funktionen, wie Datenschutz- & Cookiehinweise, Kontaktformulare, Terminreservierung, Onlineshopsysteme etc. fest.

Zu einer Webseite gehören die folgenden Bausteine: Die Domain legt die www. Adresse fest. Sie wird einmalig registriert und dann jährlich bezahlt. Zur Domain brauch man nun noch Webspace. Auf diesem werden sämtliche Inhalte der Webseite (Bilder, Texte usw.) abgespeichert und veröffentlicht. Es gibt zahlreiche Anbieter dafür. Die kosten belaufen sich je nach Service und Extras auf ca. 5 – 20 € (abweichende Anbieter möglich) monatlich. Zu einer guten Webseite gehört außerdem ein Content-Management-System. Da gibt es WordPress, Drupal, Typo3 u.v.m. Es sollte unbedingt ein CMS verwendet werden, damit du später die Inhalte deiner Webseite auch selbst ohne Programmierkenntnisse bearbeiten kannst. Die CMS Systeme sind in der Regel kostenlos. Die Einrichtung ist jedoch teils etwas kniffelig.

Präsenz zeigen – Onlineauftritt für Tierberufe

Das Thema Webseite für Tierheilpraktiker, Tierosteopathen, Tierphysiotherapeuten u.a. haben wir bereits ausführlich beleuchtet. In der heutigen Zeit gibt es jedoch auch noch weitere Kanäle, die bei deinem Onlineauftritt nicht fehlen dürfen. Ein wichtiger Vertreter dieser Gruppe ist Google. Google ist längst nicht mehr nur eine Suchmaschine, die lediglich Ergebnisse auf alle möglichen Suchanfragen liefert. Bei Google ist bereits seit einiger Zeit ein eigenes Business-Netzwerk entstanden. In Verbindung mit den Diensten Google Maps und Google Business haben Unternehmen die Möglichkeit sich kostenlos zu präsentieren. Der große Vorteil ist, dass pot. Kunden bereits, ohne erst die Webseite öffnen zu müssen, einen ersten Eindruck, wichtige Kontaktinformationen und Bewertungen über das Unternehmen angezeigt bekommen. Der Google Business Eintrag wird einmalig kostenlos angelegt und sollte dann jedoch regelmäßig aktualisiert werden. Der Eintrag bringt wie schon erwähnt viele Vorteile mit sich, jedoch auch eine große Gefahr. Negative Bewertungen sind hier sofort sichtbar. Wer negativ heraussticht schafft es im Zweifelsfall nicht mal zu einem Webseitenbesuch. Das Thema Bewertungsmanagement werde ich ebenfalls noch einmal in einem gesonderten Artikel ausführlich betrachten. Dennoch ist es unbedingt notwendig einen Google Businesseintrag zu haben. Andernfalls wird man auch nicht auf Google Maps gefunden und erschwert den Kunden den Weg in die Praxis.

Die sozialen Medien sind heut zu tage kaum noch wegzudenken. Facebook, Twitter, Instagram, u.v.m. beeinflussen das Leben maßgeblich. Auch viele deiner pot. Kunden sind dort aktiv. Es gibt zahlreiche Interessengruppen und Internetforen, die sich mich den geliebten Haustieren und deren Krankheiten beschäftigen. Nirgendwo sonst, wirst du pot. Kundschaft derart auf dem Präsentierteller finden. Kein Wunder also, das Unternehmen und Praxen in der heutigen Zeit auch in den sozialen Medien präsent sein sollten. Aber Achtung! Auch hier gibt es viele Stolpersteine: negative Bewertungen, Shitstorm bis hin zu Profilwüsten machen die Arbeit in den sozialen Medien nicht immer so einfach, wie es scheint. Es ist sehr wichtig den schmalen Grad zwischen Professionalität, Authentizität und persönlichem, direktem Umgang ausgewogen zu balancieren. In den sozialen Medien herrschen eigene Kulturen mit eigenen Regeln. Wenn du dort negativ herausstichst, kann das schnell geschäftsschädigende Auswirkungen haben. Wenn man jedoch mit den Regeln spielt und hochwertige Beiträge zur Community hinzufügt, kann man mit Hilfe der sozialen Netzwerke sehr günstig und nachhaltig werben. Fachbeiträge und wertvolle Tipps in den Fachforen werden immer gerne angenommen. Tritt in den sozialen Medien als Experte auf, aber bleib dabei stets auf Augenhöhe. Bleib kontinuierlich dran und zeige immer den Menschen, der hinter deiner Praxis steht. Anonyme Unternehmen und plumpe Werbung werden niemals eine hohe Reichweite erzielen, außer sie investieren genügend Geld in bezahlte Werbeanzeigen. Aber nichts ist so wertvoll, wie organische Reichweite (das heißt soviel, wie unbezahlt Reichweite). Wer es schafft mit seinen Beiträgen Aufmerksamkeit zu generieren, der bleibt nachhaltig im Gedächtnis. Wer unsicher ist, wie man sich am Besten in den sozialen Medien verhalten und präsentieren soll, dem empfehle ich auf professionelle Unterstützung zurück zu greifen. Gerne berate ich dich in Sachen Online- & Social Media Marketing. Wer jedoch auch privat sehr aktiv und involviert ist, dem wird es leicht fallen, auch geschäftlich aktiv zu werden.

Und so geht es im nächsten Artikel weiter:

Wie bekomme ich nun Patienten? Von Akquise, über Netzwerke und Marketing erkläre ich was alles bereits im Low-Budget-Bereich möglich ist. Außerdem werde  ich das Thema zielgruppengerechte Ansprache  – wer immer alle ansprechen möchte, erreicht am Ende niemanden – genauer betrachten. Ich freue mich auf eure Fragen in den Kommentaren 🙂

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